SCHENK & PARTNER
Nachfolgecoaching - Firmenbewertungen
Den Firmenwert berechnen:
Methoden und Tipps
Den Firmenwert berechnen: Tipps für eine realistische Firmenwertermittlung
Autor: Manfred Schenk

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Manfred Schenk
Inhaber der Schenk & Partner Nachfolgeberatung
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Darum geht es in dem Artikel: Einen Firmenwert berechnen.
Inhaltsangabe
Vielfältige Bewertungsmethoden: Der Autor stellt verschiedene Firmenbewertungsmethoden vor, darunter Ertragswertverfahren, Substanzwertverfahren, Discounted-Cash-Flow-Verfahren, Marktwertverfahren und Ebit-Multiple-Verfahren. Jede Methode hat ihre spezifischen Vor- und Nachteile und eignet sich für unterschiedliche Unternehmenssituationen.
Der Unterschied zwischen der Firmenwert- und Kaufpreisberechnung: Der Text hebt den Unterschied zwischen dem theoretischen Firmenwert und dem tatsächlichen Kaufpreis hervor. Letzterer berücksichtigt neben der Firmenwertberechnung auch individuelle Faktoren wie Wachstumspotenzial, Markttrends und Verhandlungsgeschick
Praxisbeispiele und Tipps: Der Autor liefert praktische Beispiele und Berechnungsmodelle, um den Leser bei der Ermittlung einer realistischen Bewertung des Unternehmenswertes zu unterstützen. Dabei wird auch auf die Bedeutung einer gründlichen Bilanzbereinigung und die Risiken einer nicht transparenten Darstellung der Unternehmensfinanzen hingewiesen.
Fazit:Wenn Sie den Firmenwert ermitteln wollen, dann sollten Sie bedenken, dass dies Fachwissen und Erfahrung erfordert. Eine genaue und realistische Bewertung ist entscheidend für den erfolgreichen Verkauf oder Kauf eines Unternehmens. Der Text bietet dem Leser einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte der Firmenbewertung und liefert wertvolle Tipps für die Praxis.

Kann man den Firmenwert mit einem Online-Tool berechnen?
Den Firmenwert mit Online-Tools zu ermitteln, ist ein Verfahren, um den Wert bez. den Kaufpreis eines Unternehmens zu bestimmen. Im Internet findet man Dutzende von Webseiten, auf denen man angeblich anhand weniger Angaben den Wert einer Firma ermitteln kann (?).
Warum Online-Bewertungstools nicht geeignet sind, um einen Unternehmenswert zu ermitteln:
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Keine Zukunftsprognose: Wenn man den Firmenwert mit einem Online-Abfragetool ermitteln möchte, dann fließen ausschließlich Daten aus der Vergangenheit ein. Eine Analyse des Zukunftspotenzials, die um ein Vielfaches wichtiger ist, findet nicht statt.
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Keine Bilanzbereinigung: Es wird keine Bilanzbereinigung vorgenommen, da sich der Wert des Unternehmens nur an dem ausgewiesenen Gewinn der Bilanz orientiert, wie sie vom Steuerberater erstellt wurde. Eine Bilanzbereinigung, die alle kaufpreisrelevanten Faktoren in die Berechnung des Firmenwerts bei der Ermittlung mit einbezieht, ist jedoch unverzichtbar. Nur so kann man den tatsächlichen Gewinn und den realen Firmenwert eines Unternehmens berechnen.
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Keine Berücksichtigung von Soft Skills: Die Soft Skills eines Unternehmens sind wesentlich wichtiger als die reinen Finanzkennzahlen. Zu den Soft Skills zählen beispielsweise: Mitarbeiterqualifikation, Kundenbeziehungen, Produktionsverfahren usw. Die Erfahrung zeigt: Wenn ein Unternehmen keine überzeugenden Soft Skills vorweisen kann, wird es nur sehr schwer einen Käufer finden.
Lassen Sie es mich deutlich sagen: Wenn Sie mit einem Online-Abfrage-Tool einen Firmenwert ermitteln wollen, dann werden Sie nie den realen Wert einer Firma bestimmen können.
Insbesondere der Firmenwert ist anhand der reinen Bilanzzahlen nicht zu ermitteln, da in den meisten Fällen eine Bilanzbereinigung notwendig ist. Eine Bilanzbereinigung zeigt auf, welche "versteckten" Gewinne oder Kosten in einer Bilanz enthalten sind, die wiederum das "echte Betriebsergebnis" erheblich verändern können (+/-).
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Firmenwert ermitteln für KMU: Die wichtigsten Bewertungsmethoden.
Der Gewinn Ihres Unternehmens sollte für einen potenziellen Käufer auf den ersten Blick in einem realistischen Verhältnis zum Kaufpreis (dem Wert der Firma) stehen. Idealerweise lässt sich der Kaufpreis innerhalb von 5 bis 10 Jahren aus den versteuerten Gewinnen wieder einspielen.
Möchte man den Firmenwert ermitteln oder einen Kaufpreis für ein Unternehmen berechnen, stellt man schnell fest, dass dies komplexer ist, als es zunächst scheint. Soll heißen, der nicht mit dieser Materie (Firmenverkäufe/Firmenbewertungen) vertraute Unternehmer weiß in der Regel nachher weniger als vorher.
An dieser Stelle möchte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Im ersten Schritt zeige ich Ihnen die Bewertungsmethoden, die in Fachkreisen am häufigsten angewendet werden. Die hier aufgeführte Auswahl an Bewertungsmethoden erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Firmenwert ermitteln: Das Ertragswertverfahren
Gemäß dem Unternehmensbewertungsstandard IDW S1 ermittelt sich der Unternehmenswert beim Ertragswertverfahren durch Diskontierung der den Unternehmenseignern zufließenden finanziellen Überschüssen (Stichwort: ewige Rente). Hierbei werden die zukünftigen (Prognose-)Gewinnzahlen viel stärker bewertet als die Gewinnzahlen aus der Vergangenheit.
Unter einem Substanzwertverfahren versteht man die Ermittlung eines Unternehmenswertes anhand der vorhandenen Substanz wie z. B. Anlagevermögen, Inventar, Warenbestand und Immobilien. Hier muss man der Ordnung halber darauf aufmerksam machen, dass dieses Verfahren im Grunde genommen nur ein Ausverkauf des Anlagevermögens und des Warenbestandes ist. Ein Wert, bezogen auf vergangene oder zukünftige Umsätze und Gewinne, findet hier keine Berücksichtigung!
Das Discounted-Cash-Flow-Verfahren basiert auf prognostizierten Zahlungsflüssen.
Dabei werden zu zahlende Steuern, Privat- wie auch Unternehmenssteuern, mit in die Bewertung einbezogen.
Das Marktwertverfahren beruht ausschließlich auf Angebot und Nachfrage und kommt in der Regel nur für extrem zukunftsträchtige Unternehmen in Betracht.
Das Ebit-Multiple-Verfahren ist eine häufig von Firmenmaklern, Investoren und Banken eingesetzte Methode zur Ermittlung des Unternehmenswertes.
Basis sind die in der Vergangenheit erzielten Gewinne vor Zinsen und Steuern sowie zukünftige Gewinne.
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Beispielrechnungen
Wichtig! Obwohl beide Begriffe – Firmenbewertung und Kaufpreisermittlung – scheinbar dasselbe meinen, haben sie eine unterschiedliche Aussagekraft.
Die meisten Firmenbewertungen erfolgen auf der Basis rein mathematischer Berechnungsmodelle wie z. B. dem Discounted-Cash-Flow-Verfahren. Individuelle Faktoren – die für einen Käufer von Relevanz sind – werden kaum berücksichtigt. Die Chance, dass das Ergebnis der Firmenbewertung = Kaufpreis ist, liegt daher nach meiner Erfahrung unter 20 %.
Begründung: Was nützt es, wenn Sie einen theoretisch (!) hohen Firmenwert ermitteln, der Preis aber aufgrund von individuellen Faktoren nicht zu erzielen ist?
Bei der Ermittlung eines branchenspezifischen Kaufpreises hingegen werden aus der Sicht eines Käufers alle relevanten Risikofaktoren bei der Preisfindung berücksichtigt! Die Chance, dass das Ergebnis der Kaufpreisermittlung = Kaufpreis ist, liegt hier bei ca. 90 %!
In einigen Fällen kann es auch zu einer »Mischform« der Bewertungen kommen. Hier wird – bei einer entsprechenden Wertigkeit des Anlagevermögens oder des Warenbestandes – eine Kombination aus Substanzwertverfahren und dem Ebit-Multiple-Verfahren vorgenommen.
Anhand von einigen Beispielen zeige ich Ihnen, wie ein Verkaufspreis ermittelt wird.
Firmenwert ermitteln: Ebit-Multiple-Verfahrens und einer Bilanzbereinigung:
Schritt 1: Das Ebit-Multiple-Verfahren erfolgt auf Basis der vergangenen und zukünftigen Gewinne vor Zinsen und Steuern und unter Berücksichtigung individueller Branchenspezifikationen. Die Multiplikatoren werden jeden Monat anhand von Branchenentwicklungen aktualisiert.
Schritt 2: Darüber hinaus muss die Bilanz um die Faktoren bereinigt werden (+/-), die für den operativen Geschäftsverlauf nicht relevant sind.
Dabei werden Sie feststellen, dass der ausgewiesene, offizielle Gewinn auf den ersten Blick in vielen Fällen nur die halbe Wahrheit verrät. Erst die Analyse der Bilanz zeigt, wie das Unternehmen im Detail dasteht.
Da es im ersten Schritt nur um die Ermittlung der Gewinnsituation aus dem operativen Geschäft geht, lassen wir die Details der Bilanz an dieser Stelle noch unberücksichtigt.
Praxisbezogenes Berechnungsmodell zur Wertermittlung:
Für eine Personengesellschaft/Einzelfirma ergibt sich folgende Formel:
Gewinn vor Zinsen und Steuern
+ nicht betriebsnotwendige Ausgaben (z. B. Pkw der Ehefrau)
+ Kosten für einmalige Sonderausgaben (z. B. Beratungskosten)
- Unternehmerlohn (bei einer Personengesellschaft)
(x) branchenspezifischem Faktor (Faktor für KMU: 3 bis 6)
= Kaufpreiskorridor
Bei einem Share Deal (Verkauf von Geschäftsanteilen), der in der Regel bei Kapitalgesellschaften angewendet wird, werden die Posten Verbindlichkeiten (-) und Forderungen (+) gegengerechnet. Diese Gegenrechnung erfolgt nach der Kaufpreisfindung!
Ein Beispiel:
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Kaufpreis 459.000 €
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Verbindlichkeiten: z. B. Lieferanten, Darlehen, Steuern –159.000 €
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Zwischensumme: 300.000 €
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Forderungen: z. B. Bank- und Kassenbestand, Einlagen +100.000 €
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Zu zahlender Betrag: 400.000 €
Bedenken Sie bitte: Die Bereinigung der Kennzahlen hat in den meisten Fällen eine signifikante Auswirkung auf den Verkaufspreis.
An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass eine Gewinnbereinigung eine sehr heikle Sache ist. Mit der Offenlegung dieser Position sagen Sie ja de facto nichts anderes, als dass Sie Gewinne am Finanzamt vorbeischleusen!
Also überlegen Sie sehr gut, was Sie wem sagen.
Tipp! Nicht betriebsnotwendige Ausgaben sind ein heikles Thema. Der kurzfristige finanzielle Vorteil kann sich bei einem Firmenverkauf sehr schnell ins Negative umwandeln. Sie stehen vor der Wahl: Sie kalkulieren eine Reduzierung des Kaufpreises ein oder Sie offenbaren Ihre »Kavaliersdelikte« einer Person, die Sie nicht näher kennen!
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Wichtige Fragen zum Thema Firmenwert.
Was ist der Unterschied zwischen einem Firmenwert und einem Kaufpreis?
Den Firmenwert ermitteln und den Kaufpreis berechnen sind zwei verschiedene Dinge, die im Zusammenhang mit dem Verkauf oder Kauf eines Unternehmens relevant sind. Hier sind die Hauptunterschiede zwischen ihnen:
Firmenwert ermitteln:
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Der Firmenwert bezieht sich auf den Gesamtwert des Unternehmens und umfasst typischerweise das Eigenkapital sowie die Verbindlichkeiten des Unternehmens.
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Er berücksichtigt den Wert des gesamten Betriebs, einschließlich des operativen Geschäfts, der Vermögenswerte, der Schulden und anderer Verpflichtungen.
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Der Firmenwert wird oft zur Bewertung des Unternehmens im Rahmen von Finanzanalysen, Transaktionen oder Bewertungen verwendet.
Kaufpreis berechnen:
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Der Kaufpreis ist der Betrag, den ein Käufer bereit ist, für den Kauf des Unternehmens zu zahlen.
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Er kann auf dem Firmenwert basieren, aber auch andere Faktoren berücksichtigen, wie z.B. zukünftiges Wachstumspotenzial, Markttrends, strategische Synergien oder die individuellen Verhandlungen zwischen Käufer und Verkäufer.
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Der Kaufpreis kann höher oder niedriger sein als der Firmenwert, abhängig von verschiedenen Faktoren und den spezifischen Umständen der Transaktion.
In einfachen Worten ausgedrückt: Die Firmenwertermittlung ist der theoretische Wert des Unternehmens, basierend auf finanziellen Kennzahlen und Bewertungsmethoden, während der Kaufpreis der tatsächliche Betrag ist, den der Käufer bereit ist, für den Erwerb des Unternehmens zu zahlen.
Wie wird mein Kundenstamm bewertet?
Die Bewertung des Kundenstamms eines Unternehmens kann je nach Branche und individueller Situation auf unterschiedliche Weise erfolgen. Hier sind einige gängige Methoden, um den Wert eines Kundenstamms zu bewerten:
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Kundenlebenszeitwert (Customer Lifetime Value, CLV): Diese Methode bewertet den Kundenstamm anhand der geschätzten zukünftigen Einnahmen, die von jedem Kunden generiert werden, abzüglich der erwarteten Kosten für die Akquise und Betreuung des Kunden. Der CLV wird oft unter Verwendung von Kennzahlen wie Kundenbindung, Wiederholungskäufen, durchschnittlichem Bestellwert und Kundenabwanderungsrate berechnet.
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Umsatzbasierte Methode: Bei dieser Methode wird der Wert des Kundenstamms anhand des aktuellen Umsatzes berechnet, den die Kunden generieren. Dies kann als Multiplikation des durchschnittlichen jährlichen Umsatzes pro Kunde mit der Anzahl der Kunden erfolgen.
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Gewinnbasierte Methode: Hier wird der Wert des Kundenstamms anhand des aktuellen oder erwarteten Gewinns berechnet, den die Kunden generieren. Dies kann als Multiplikation des durchschnittlichen jährlichen Gewinns pro Kunde mit der Anzahl der Kunden erfolgen.
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Marktbasierte Methode: Diese Methode vergleicht den Kundenstamm mit ähnlichen Unternehmen in derselben Branche oder Marktsegment. Anhand von Vergleichsdaten können Schlüsse über den potenziellen Wert des Kundenstamms gezogen werden.
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Subjektive Bewertung: Manchmal wird der Wert des Kundenstamms auch subjektiv bewertet, basierend auf Erfahrung, Fachwissen und Einschätzungen des Unternehmensmanagements oder externer Berater.
Firmenwert ermitteln:Methoden und Tipps.Es ist wichtig zu beachten, dass die Bewertung des Kundenstamms oft eine komplexe Angelegenheit ist und verschiedene Faktoren berücksichtigt werden müssen, darunter Kundenbindung, Wachstumspotenzial, Markttrends, Konkurrenz und Risiken. Oft wird eine Kombination mehrerer Bewertungsmethoden angewendet, um ein umfassendes Bild des Werts des Kundenstamms zu erhalten.